Tennisplatz zu Padelcourt umbauen: Kosten & Rendite 2026
Hakan Aksuman
Veröffentlicht am 24. Juli 2026
Aktualisiert am 24. Juli 2026
8 Min. Lesezeit
Tennisplatz zu Padelcourts umbauen: 30.500–74.000 € pro Court, 2–3 Courts je Platz, Amortisation in 3–5 Jahren — plus Lärmschutzregeln und Förderquoten 2026.
Auf einen Blick
- Kosten je Court: 30.500–74.000 € outdoor, plus 5.000–10.000 € für Planung und Genehmigung
- Flächenhebel: Auf einem Tennisplatz entstehen zwei bis drei Padelcourts — statt 4 spielen dort 8–12 Personen gleichzeitig
- Sparpotenzial: Asche- und Hartplätze als Untergrund machen aufwändige Fundamentarbeiten meist überflüssig
- Amortisation: 3–5 Jahre bei guter Auslastung, 6–10 Jahre konservativ gerechnet
- Größtes Projektrisiko: nicht das Budget, sondern der Lärmschutz nach 18. BImSchV
Wer einen Tennisplatz zu Padelcourts umbauen will, rechnet 2026 mit 30.500 bis 74.000 € pro Court plus 5.000–10.000 € für Planung und Genehmigung (Sportstättenrechner, 2026). Die reine Bauzeit liegt bei vier bis acht Wochen. Von der ersten Vorstandssitzung bis zum ersten Ballwechsel solltest du drei bis sechs Monate einplanen — der Löwenanteil davon ist Genehmigung, nicht Bau.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. In Deutschland stehen inzwischen 1.924 Padelcourts an 605 Anlagen (Padel-Atlas, Juli 2026), rund 350.000 Menschen spielen regelmäßig, und der Courtbestand wächst seit 2021 mit durchschnittlich 81 % pro Jahr. Gleichzeitig meldet der Deutsche Tennis Bund mit 1.517.087 Mitgliedern das fünfte Wachstumsjahr in Folge — Padel kannibalisiert Tennis nicht, es füllt die Lücken im Belegungsplan.
Was kostet es, einen Tennisplatz zu Padelcourts umzubauen?
Die Preisspanne ist groß, weil sie von Untergrund, Ausstattung und Beleuchtung abhängt. Diese Positionen machen den Court aus (Sportstättenrechner, 2026):
- Stahl-Glas-Konstruktion: 15.600–27.600 € — der größte Einzelposten, entscheidend für Haltbarkeit und Optik
- Kunstrasenbelag: 3.800–9.400 € — inklusive Sandverfüllung
- LED-Flutlicht: 1.800–6.900 € — Pflicht, wenn du Abendslots verkaufen willst (und das willst du)
- Zubehör: 1.200–6.400 € — Türen, Netze, Anzeigetafeln, Zaunelemente
- Starterkit: 840–1.800 € — Leihschläger und Bälle für Einsteiger und Schnupperkurse
- Planung und Genehmigung: 5.000–10.000 € — Bauantrag, Statik, Schallgutachten
Der eigentliche Spareffekt beim Umbau liegt im Untergrund: Bei Asche- und Hartplätzen kann in der Regel auf die vorhandene Tragschicht aufgebaut werden, wodurch die Fundamentarbeiten weitgehend entfallen. Bei einem Neubau auf der grünen Wiese liegt das komplette Outdoor-Projekt inklusive Fundament schnell bei 60.000–100.000 € pro Court.
Indoor ist die Rechnung anders: Ein Court in einer bestehenden Halle kostet 23.000–58.000 €, eine neue Padelhalle mit vier Courts dagegen 320.000–825.000 € netto. Für Tennisvereine mit ungenutzten Ascheplätzen ist der Outdoor-Umbau deshalb fast immer der günstigere Einstieg.
Wie viele Padelcourts passen auf einen Tennisplatz?
Ein Padelcourt misst 20 × 10 Meter, ein Tennisplatz mit Auslaufzonen rund 36 × 18 Meter. Je nach Zuschnitt und Abstandsflächen entstehen daraus zwei bis drei vollwertige Padelcourts.
Der wirtschaftliche Hebel ist aber nicht die Fläche, sondern die Kopfzahl pro Stunde:
- Tennis: 2 Spieler im Einzel, 4 im Doppel — pro Platz und Stunde
- Padel: immer 4 Spieler pro Court, also 8–12 Personen auf derselben Fläche
- Slot-Länge: Padel wird meist in 60- oder 90-Minuten-Slots gebucht — mehr Umschlag pro Tag als bei Tennis-Blockbuchungen
- Einstiegshürde: Padel ist technisch schneller spielbar, was Schnupperkurse, Firmenevents und Mitgliederwerbung deutlich erleichtert
Genau deshalb funktioniert Padel als Mitgliedermotor: Die Zielgruppe sind aktive Erwachsene zwischen 25 und 55, oft mit Tennis-, Squash- oder Fitnessvorerfahrung — also exakt die Gruppe, die viele Vereine seit Jahren zurückgewinnen wollen.
Rechnet sich der Umbau? Ein Kalkulationsbeispiel
Rechne mit realistischen Auslastungszielen: 40–60 % durchschnittliche Tagesauslastung gelten in der Branche als stabiler Betrieb. Das folgende Beispiel ist eine grobe Orientierung für zwei Outdoor-Courts auf einem umgebauten Ascheplatz — keine Prognose für deinen Standort.
- Investition: 2 Courts à ca. 45.000 € + 8.000 € Planung = rund 98.000 €
- Stundenpreis: 20–35 € pro Court outdoor, im Beispiel 28 € im Mittel
- Auslastung: 5 belegte Stunden pro Court und Tag an 240 Spieltagen (Outdoor-Saison plus milde Monate)
- Bruttoumsatz: 2 × 5 × 28 € × 240 = rund 67.200 € pro Jahr
- Betriebskosten: 25–30 % für Strom, Reinigung, Wartung, Versicherung und Buchungssystem
- Überschuss vor Abschreibung: rund 47.000 € pro Jahr → Amortisation in etwa 2–3 Jahren
Vorsichtiger gerechnet, mit nur 3 belegten Stunden pro Court und Tag, bleiben rund 29.000 € übrig — die Investition ist dann nach etwa 3,5 Jahren zurück. Branchenübliche konservative Ansätze nennen 6–10 Jahre, weil sie Fundamentneubau, Finanzierungskosten und schwächere Standorte einpreisen. Etablierte Betreiber mit vier Courts und sieben belegten Stunden pro Tag erreichen 220.000–300.000 € Jahresumsatz.
Zwei Faktoren entscheiden über die Spanne: Sichtbarkeit und Buchbarkeit. Courts, die nur per Aushang und Telefonliste vergeben werden, kommen selten über drei belegte Stunden am Tag hinaus. Wer online buchbar ist, verkauft auch die Rand-Slots am Vormittag. Auf RacketTogether kannst du deine Anlage kostenlos listen und Courts sowie Kurse direkt online buchbar machen.
Genehmigung und Lärmschutz: der unterschätzte Stolperstein
Padel ist lauter als Tennis. Der Ball trifft Glas und Wände, gespielt wird zu viert, die Schlagfrequenz ist höher — und anders als beim Tennis wird laut kommuniziert. An diesem Punkt scheitern Projekte, nicht am Budget.
Maßgeblich ist die Sportanlagenlärmschutzverordnung (18. BImSchV). Sie legt Immissionsrichtwerte je nach Gebiet und Tageszeit fest — in allgemeinen Wohngebieten 55 dB(A) tagsüber, 50 dB(A) in den Ruhezeiten und 40 dB(A) nachts. Nachbarn können die Einhaltung dieser Werte gerichtlich durchsetzen; Verwaltungsgerichte haben Genehmigungen wegen Verstoßes gegen das Rücksichtnahmegebot mehrfach gekippt.
Was in der Praxis hilft:
- Schallgutachten zuerst, Angebot danach: Ein Akustikbüro berechnet Höhe, Länge und Materialanforderungen der Abschirmung — der Bericht wird ohnehin für den Bauantrag gebraucht
- Standort innerhalb der Anlage prüfen: Jeder Meter Abstand zur Wohnbebauung und jede vorhandene Abschirmung durch Gebäude senkt die Immissionswerte
- Betriebszeiten aktiv begrenzen: Selbst gesetzte Endzeiten (z. B. 22 Uhr) und Ruhezeitenregeln sind in Genehmigungsverfahren ein starkes Argument
- Nachbarn früh einbinden: Ein Informationsabend vor dem Bauantrag kostet nichts und verhindert Widersprüche, die Monate kosten
- Nutzungsänderung klären: Der Umbau eines bestehenden Platzes ist baurechtlich nicht automatisch genehmigungsfrei — vorab beim Bauamt abklären
Förderung: Welche Zuschüsse Vereine bekommen
Als eingetragener Verein zahlst du den Umbau selten allein. Die Förderquoten der Landessportbünde unterscheiden sich deutlich je Bundesland:
- Thüringen: bis zu 60 % Anteilsfinanzierung aus der LSB-Sportstättenbauförderung
- Niedersachsen: feste Förderquote von 40 %
- Hessen: Quote von 20 auf 35 % angehoben
- Kommunal: Städte und Landkreise fördern häufig zusätzlich, teils über Sportstättenpauschalen
- Verbandsseitig: Landestennisverbände beraten zu Planung und Finanzierung — Startpunkt ist die DTB-Vereinsberatung zu Planung und Finanzierung
Wichtig für die Reihenfolge: Förderanträge müssen in der Regel vor Auftragsvergabe gestellt werden. Wer erst baut und dann beantragt, verliert den Zuschuss.
In 7 Schritten vom Ascheplatz zum Padelcourt
- Platz auswählen: Der am wenigsten belegte Asche- oder Hartplatz mit maximalem Abstand zur Wohnbebauung
- Bedarf prüfen: Mitgliederumfrage plus Blick auf das Padel-Angebot im Umkreis von 15 km — gibt es dort keine Courts, ist das dein Einzugsgebiet
- Schallgutachten beauftragen: vor jeder Kaufentscheidung, Kosten sind Teil der 5.000–10.000 € Planungsbudget
- Bauantrag und Förderantrag stellen: parallel, aber Förderantrag zwingend vor Auftragsvergabe
- Angebote einholen: mindestens drei Anbieter, Vergleich auf Basis identischer Ausstattung (Glasstärke, Belag, Lichtstärke)
- Bauen: 4–8 Wochen reine Bauzeit für zwei Outdoor-Courts
- Buchbar machen: Online-Buchung, Preise und Schnupperkurse ab Tag eins — leere Courts amortisieren nichts
Schritt sieben wird am häufigsten unterschätzt. Padel-Neulinge suchen online nach einem freien Court in ihrer Stadt, nicht nach einer Vereinsnummer. Wer die eigene Anlage in der Anlagensuche auf RacketTogether sichtbar macht, wird von genau diesen Spielern gefunden — auch von denen ohne Mitgliedschaft.
Häufige Fragen zum Umbau von Tennisplatz zu Padelcourt
Was kostet ein Padelcourt insgesamt?
Ein Outdoor-Padelcourt kostet 30.500–74.000 €, dazu kommen 5.000–10.000 € für Planung und Genehmigung. Wird ein bestehender Asche- oder Hartplatz überbaut, entfallen die Fundamentarbeiten und die Gesamtkosten liegen am unteren Ende. Ein kompletter Neubau inklusive Fundament kostet 60.000–100.000 € pro Court, ein Indoor-Court in bestehender Halle 23.000–58.000 €.
Wann amortisiert sich ein Padelcourt?
Bei guter Auslastung amortisiert sich der Umbau in 3–5 Jahren, konservativ gerechnet in 6–10 Jahren. Entscheidend ist die Auslastung: Zwei Courts mit fünf belegten Stunden pro Tag zu 28 € erwirtschaften rund 67.200 € Jahresumsatz. Bei nur drei belegten Stunden sind es rund 40.000 € — die Amortisationsdauer verlängert sich entsprechend.
Braucht der Umbau eine Baugenehmigung?
In der Regel ja. Der Padelcourt ist bauliche Anlage und Sportanlage zugleich, weshalb Bauantrag und Lärmschutznachweis nach 18. BImSchV erforderlich sind. Auch wenn ein Tennisplatz bereits genehmigt ist, gilt der Umbau baurechtlich häufig als Nutzungsänderung. Kläre das vor der Angebotseinholung mit dem zuständigen Bauamt.
Gibt es Förderung für Padelplätze?
Ja, über die Landessportbünde. Die Quoten reichen von 35 % in Hessen über 40 % in Niedersachsen bis zu 60 % in Thüringen; Kommunen fördern teilweise zusätzlich. Padel wird dabei in der Regel wie regulärer Sportstättenbau behandelt. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden — sonst entfällt der Anspruch.
Outdoor oder Indoor — was lohnt sich für einen Tennisverein mehr?
Für die meisten Vereine ist der Outdoor-Umbau auf einem vorhandenen Ascheplatz der wirtschaftlichere Einstieg: geringere Investition, keine Fundamentarbeiten, kürzere Bauzeit. Indoor-Courts erzielen mit 30–50 € pro Stunde höhere Preise und sind ganzjährig buchbar, erfordern aber eine Halle — ein Neubau mit vier Courts kostet 320.000–825.000 €. Eine gängige Strategie: outdoor starten, Nachfrage messen, danach über eine Überdachung entscheiden.
Der deutsche Padelmarkt wächst schneller, als Anlagen entstehen — 1.924 Courts für rund 350.000 Spieler bedeuten weiterhin volle Buchungsbücher an gut erreichbaren Standorten. Wenn auf deiner Anlage ein Ascheplatz halbleer steht, ist der Umbau die realistischste Möglichkeit, aus derselben Fläche das Drei- bis Vierfache an Spielern zu holen. Anlage kostenlos auf RacketTogether eintragen und Courts vom ersten Tag an online buchbar machen.
Hakan Aksuman
CEO & Mitgründer von RacketTogether. Tennisspieler und Sportbranchenkenner.
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